Durch ein ambulantes Angebot  im suchtmedizinischen Bereich kann für alle Beteiligten eine erhebliche  Verbesserung der Versorgung bei gleichzeitiger Kostenreduktion erreicht werden.

 

Wie allgemein bekannt,  kann durch ein alternatives ambulantes Behandlungsangebot zum einen  die Patientenversorgung verbessert und zum anderen Kosten reduziert werden.  Ein weiteres Ziel dieses Projekts ist, suchtmittelgefährdete und suchtmittelabhängige  PatientInnen in einem früherem Stadium ihrer Erkrankung mit qualitativ  hochwertigen Behandlungsangeboten zu erreichen und so die oft zu beobachtende  Chronifizierung zu vermeiden.

Wir planen daher weiterhin  die vollständige Umsetzung einer suchtmedizinischen Schwerpunktpraxis.  Aufgrund des hohen Bedarfs in diesem Fachbereich planen wir folgende Leistungen  im Rahmen einer vertragsärztlichen Tätigkeit für ein spezifisches  Patientenklientel anbieten.

  • Suchtmedizinische Grundversorgung:  Prävention, Erkennung, Hilfe bei Bewältigung und Behandlung von  suchtgefährdeten und suchtmittel-abhängigen PatientInnen, im Einzelnen  für:
    • Alkoholabhängige
    • Medikamentenabhängige
    • Drogenabhängige
    • Nikotinabhängige
    • Patienten mit Doppeldiagnosen  (z.B. Sucht und Psychose)
    • chronisch mehrfachgeschädigte  suchtmittelabhängige Patienten
    • PatientInnen mit  nicht substanzgebundenen Abhängigkeiten (z.B. Esssucht, Spielsucht  etc.).
  • Ambulante qualifizierte  Entzugsbehandlung von Alkohol-, Medikamenten und Drogenabhängigen (Medikamentengestützte  körperliche Entgiftung mit Einzelgesprächen, Informationsgruppen,  Motivations-Gruppen, Angehörigengruppen, Entspannungsgruppen etc.).
  • Direkte Weitervermittlung  in individuelle weiterführende Therapien. Enge Zusammenarbeit mit den  Institutionen der Suchthilfe.
  • Substitutionsgestützte  Behandlungen entsprechend der Richtlinien Vertragsärztoliche Versorgung des GBA  und entsprechend der BtMVV von  Opiatabhängigen in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Suchtberatungsstellen  des Großraums Nürnberg/Fürth.
  • Enge Zusammenarbeit  mit niedergelassenem Internisten, Kliniken, Suchtberatungsstelle und anderen  in der Suchtarbeit tätigen Organisationen.
  • Suchtmedizinischer  Notfall- und Informationsdienst
  • Früh-, Abend-,  Wochenende-Sprechstunde
  • Qualitätszirkel  Suchtmedizin
  • Sozialrechtliche, Betreuungsrechtliche,  strafrechtliche und Begutachtung im Rahmen der Fahrerlaubnisverordnung von  psychisch Kranken und speziell Suchtmittelabhängigen oder -gefährdeten.
     

Gerade im Bereich der  ambulanten qualifizierten Entzugsbehandlung alkohol- und medikamentenabhängiger  PatientInnen, welche bisher unserer Kenntnis nach in diesem Raum nicht angeboten  wird, sehen wir auch die Möglichkeit für deutliche Einsparungen  im Gesundheitswesen, insbesondere der Krankenkassen, die bislang fast alle  Entzugsbehandlungen in stationären Einrichtungen finanzieren mussten.

Vorbehaltlich genauerer  betriebswirtschaftlicher Berechnungen, sehen wir gegenüber der stationären  Entgiftungsbehandlung hier Einsparmöglichkeiten. Durch eine fachlich  exakte Indikationsstellung mit fundierten Eingangskriterien können wir  einem großen Teil der PatientInnen, die bislang ausschließlich  stationär behandelt werden konnten eine ambulante Alternative anbieten.

Auch für eine qualifizierte  substitutionsgestützte Behandlung Opiatabhängiger entsprechend der  suchtmedizinischen Standards und entsprechend der BUB-Richtlinien und im Einklang  mit der BtMVV ist weiterhin ein großer Bedarf vorhanden. Diese können  wir aufgrund einschlägiger Erfahrung ebenfalls sofort anbieten.

Zusammenfassung

Eine Sucht-Schwerpunkt-Facharztpraxis  in einem Ballungsgebiet hat die Aufgabe, insbesondere die psychiatrische und  neurologische Komorbidität mitzubehandeln bzw. zu diagnostizieren. Einer  solchen Sucht-Schwerpunkt-Praxis käme im Bereich der Fortbildung und  auch im Bereich der regionalen Koordinierung ggf. eine verstärkte Aufgabe  zu. Die suchtspezifischen Aufgaben einer qualifizierten Suchtpraxis im Bereich  der Allgemeinmedizin/Inneren Medizin und im Bereich der Neurologie/Psychiatrie  zeigen wesentlich mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Aufgrund der immer  weiter zunehmenden Spezialisierung und inneren Differenzierung ist eine inhaltlich  eigenständige Praxis für suchtmedizinische Fragen wünschens-  und empfehlenswert.

 

 

Leistungen einer suchtmedizinischen  Schwerpunktpraxis

  • Beratung und Information  von Patienten, Angehörigen und Institutionen
  • Konsiliardienste für  Kliniken
  • Diagnostik der Suchterkrankung  sowie somatischer, psychosomatischer und psychischer Grund-, Begleit- und  Folgeerkrankungen
  • Auswahl der geeigneten  Therapie und des Therapieortes
  • Planung/Koordination  Kurzzeit-/Langzeittherapie
  • Anti-Craving-Therapie
  • ambulanter Entzug (weiterhin in Planung)
  • Anwendung der verschiedenen  Psychotherapieverfahren
  • Angehörigengruppen
  • Psychotherapeutische  Krisenintervention
  • Rückfalltherapie
  • "Soziotherapie"  - "Tagesstrukturierung"
  • Substitutionsbehandlung
  • Integration neuer Therapieverfahren  in die ambulante Versorgung Abhängigkeitskranker
  • Versorgung chronisch  Kranker (unter anderen auch mit nachgehender Sozialarbeit)
  • Beratung, Behandlung  und hausärztliche/fachärztliche Versorgung der Patienten (ganzjährig,  auch der Facharzt sollte an den Wochenenden und den Feiertagen entweder  erreichbar oder über einen Vertreter präsent sein.
  • Ambulante Nachsorge
  • Behandlung depressiver  Zustandsbilder und Persönlichkeitsstörungen
  • Prävention und  psychosoziale Betreuung
  • Fortbildungsmaßnahmen/Qualitätssicherung  Suchtmedizin
  • Kooperation mit Selbsthilfegruppen
  • Kooperation mit Krankenkassen,  Renten- und Sozialversicherungsträgern, Sozialministerium und städtischen  Einrichtungen, z. B. Sozialpsychiatrischer Dienst, MUDRA, Stadtmission etc.
  • Gutachterliche Tätigkeit  bei suchtmedizinischen Fragestellungen im Familien-, Straf- und Verkehrsrecht